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2015-08-31

Baudenabend 2016

Presseinformation - Vorinformation

22. Januar 2016, 19:30 Uhr Baudenabend CV Oberlichtenau, Am Schlosspark 2, 01896 Pulsnitz

Vortrag und Gespräch zum Thema: „Sinti und Roma – zu Geschichte und Gegenwart, Klischee und Wirklichkeit“


„Sinti und Roma – anerkannte Minderheit in Deutschland.“ Es geht um Informationen aus erster Hand: zur Auseinandersetzung mit „Klischee und Wirklichkeit von Sinti und Roma“.

Wissenswertes: In Europa leben heute ca. 8-12 Millionen Sinti und Roma, in Deutschland davon nur 120 000 Menschen. (Zum Vergleich: In der Slowakei beträgt der Anteil an der Bevölkerung mehr als 10%). Sie sind selbstverständlicher Teil der einheimischen Bürgerschaft.
Sinti und Roma sind eine“ Nationale Minderheit“ in Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit (wie die Sorben, die Dänen und die Friesen). Das Land Baden-Württemberg schloss 2013 einen Staatsvertrag mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg.
Ihre Sprache Romanes ist nordwestindischen Ursprungs und wird in den Familien gesprochen. Die Familie ist Träger der kulturellen Überlieferung.
Man geht davon aus, dass Sinti und Roma 800 – 1000 n. Chr. durch eindringende arabische Volksstämme zur Auswanderung gezwungen bzw. durch persische Streitkräfte nach Persien geholt wurden.
Seit 600 Jahren leben die Vorfahren der Deutschen Sinti in Deutschland. Vergleichbar den Juden war den Sinti die Aufnahme in die Zünfte verschlossen. Sie wollten sich niederlassen, aber als von außen „Zigeuner“ Benannte wurden sie die ersten Jahrhunderte zum Wandergewerbe gezwungen. Sie wurden immer wieder als „vogelfrei“ erklärt und konnten deswegen jederzeit gedemütigt, misshandelt und sogar getötet werden, ohne dass dem Täter eine Strafe drohte. Dies änderte sich je nach Territorium erst zwischen 1750 und 1850.
Im Nationalsozialismus wurden sie in entsprechenden Konzentrationslagern in größeren Städten interniert, zur Zwangsarbeit herangezogen und für „rassenhygienische Forschungen“ missbraucht. Nach der Besetzung Polens erfolgte die Deportation in die Lager im Osten…
Antiziganismus bezeichnet die spezielle Antihaltung gegen die Minderheit der Sinti und Roma bis in unsere Zeit. Sie ist geprägt von Vorurteilen auf Grund von Nichtwissen und der fehlenden Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Thematik…

Referent: Pfarrer Dr. Andreas Hoffmann-Richter, Beauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für die Zusammenarbeit mit Sinti und Roma
Tätigkeitsfelder:
- Bildungsarbeit zum Abbau von Vorurteilen gegen Sinti und Roma (Antiziganismus)
- Durchführung von Schulprojekten zusammen mit Sinti und Roma
- Schulung und Begleitung von Ressourcepersonen
- Kooperation mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg
- Hintergrundarbeit für den Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen Baden-Württemberg

Angebote:
Sinti und Roma – Klischee und Wirklichkeit:
Zum Wort „Zigeuner“ wissen viele Menschen eine Reihe von Vorurteilen zu nennen,
aber Kenntnisse oder gar Beziehungen zu Sinti und Roma haben wenige.
Antiziganismus in Deutschland:
600 Jahre Vorurteile, Meidung und Ausgrenzung der deutschen Sinti
Warum verlassen Roma ihre Herkunftsländer?
Zur gegenwärtigen Situation in Ländern innerhalb und außerhalb der EU.
Die Haltung der Gesellschaft und die Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, Arbeit, Wohnung und Gesundheitswesen.

Zum fachlichen Profil:
Studium der Evangelischen Theologie (Tübingen, Heidelberg, Zürich), Forschungsaufenthalt in Seoul/Südkorea, Promotion in Heidelberg,
1991-1999 Mitarbeit in der Vereinigten Kirche Christi in Japan (Kyodan),
davon 6 Jahre Mitarbeit im Buraku Befreiungszentrum Kyoto,
1999 Gründungsmitglied des AK Sinti/Roma und Kirchen BW und seither Mitarbeit
1999-2004 Mitarbeit im DiMOE Württemberg,
seit 2004 Gemeindepfarrer in Ulm-Wiblingen (seit Herbst 2014 noch 50 Prozent)
seit 2014 Beauftragter für die Zusammenarbeit mit Sinti und Roma (mit 50 Prozent)

Adresse:
Pfr. Dr. Andreas Hoffmann-Richter
Biberacher Str. 122, 89079 Ulm
Tel.: 0731/926910-1, FAX-3
Andreas.Hoffmann-Richter@elkw.de
Sinti-Roma@elkw.de

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