Werkstatt für biblische Gebrauchskeramik

Am 16. Februar 2003 haben wir unsere Keramikwerkstatt eröffnet.
Dazu haben wir mehrere Jahre das völlig verfallene Gewächshaus der ehemaligen Schlossgärtnerei saniert.
In 2005 haben wir dafür den Sächsischen Landespreis für landwirtschaftliches Bauen erhalten.

Jetzt können an bis zu 15 Arbeitsplätzen keramische Produkte selbst gefertigt werden.

Zwei Töpferscheiben und ein Brennofen stehen den Keramikfreunden zur Verfügung.



Aktuelle Veranstaltungen ausserhalb der Ferien:

jeden Montag ab 19:30 Uhr Jugend und Erwachsene
jeden Donnerstag ab 19:30 Uhr Jugend und Erwachsene
jeden Donnerstag 16:00-17:30 Uhr Kinder und Kinder mit Muttis



Töpferscheibe

Seit 1999 besitzen wir eine elektrische Töpferscheibe. Es ist nicht ganz einfach, den Tonklumpen zu zentrieren - aber Übung macht bekanntlich den Meister und bei vielen Teilnehmern an Töpferwochenenden und Kursen klappt es schon ganz gut.

Nachfolgend ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Töpferscheibe:
        
EINE GROßE ERFINDUNG

Die Töpferscheibe, die im 4. Jahrtausend in Mesopotamien erfunden wurde und später, um 2.200 v.Chr., in Griechenland auftauchte, besteht aus einer runden sich drehenden Scheibe, die auf einer im Boden verankerten Achse befestigt ist. Es ist ein Zauberwerkzeug, auf dem der Ton durch die Formung Gestalt annimmt und zu einem Gefäß wird. Dies ist keine leichte Arbeit; sie erfordert  Fingerfertigkeit, Anstrengung, Erfahrung und Kenntnisse. Gewöhnlich bewegten Diener die rotierende Scheibe, damit der Töpfer ohne Ablenkung  formen konnte. Später wurde sie, mit Hilfe einer zweiten Scheiben, die nahe am Boden angebracht wurde, mit den Füßen bewegt. Heute wird sie nur noch elektrisch angetrieben. Weshalb ist die Töpferscheibe eine große Erfindung? Weil sie Schnelligkeit in der Produktion, Symmetrie und Vielfalt in den Formen ermöglicht. Kleine Gefäße waren aus einem Stück gefertigt, wobei Fuß und Henkel  nach der Formung des Körpers  angesetzt wurden. Große Gefäße wurden jedoch abschnittsweise hergestellt. Man formte horizontale Streifen, die übereinandergelegt und innen  mit wässrigem Ton verbunden wurden. Die fertig getöpferte Vase blieb zum Trocknen an einem schattigen Platz, bis der Maler sie übernahm.

Brennofen

Seit 1995 besitzen wir einen elektrischen Brennofen. Dieser kann Temperaturen bis 1.300 Grad erzeugen. Ein kleiner Computer muss vor jedem Brennvorgang programmiert werden, um ansteigende und absinkende Temperaturen mit den entsprechenden Zeiträumen für die unterschiedlichen Tone und Glasuren zu ermöglichen.
Vom kleinen Teil für einen Setzkasten bis zur 50 cm großen Bodenvase hat der Ofen bisher sehr zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Nach einem ca. drei Tage dauernden Brennvorgang sind alle gespannt, wie die gebrannten Erzeugnisse aussehen.

Nachfolgend ein Blick in die Geschichte der Brennöfen:
        
BRENNTECHNIK

Öfen wurden von Anbeginn der keramischen Arbeiten aus Steinen gebaut. Im unteren Teil kam die Feuerung hinein und im oberen Teil, getrennt durch ein Steinrost,  die modellierten Rohlinge.
Es wurde einmal, aber in drei Phasen gebrannt. Zuerst wurde die Temperatur auf 800 Grad erhitzt, indem das Feuer ständig geschürt wurde, gewöhnlich mit Eichen – und Kiefernholz oder mit Oliven – und Kiefernholz. Der Abzug blieb offen. So wurden die Gefäße durch das ständige Vorhandensein von Sauerstoff gänzlich rot. Danach legte man grünes Holz hinein und schloss den Abzug. Verbrennung erzeugte Kohlendioxid und die Gefäße wurden schwarz. Die Temperatur erreichte 950 – 1050 Grad, die den Grenzwert bildete. Ging sie darüber hinaus, zerfielen die Gefäße. In der dritten Phase öffnet man den Abzug wieder. Eine Menge Sauerstoff  trat ein und die Temperatur fiel allmählich auf 900 Grad. In dieser Phase trennten sich die beiden Farben. Schwarz blieben alle die Zeichnungen, die der Vasenmaler mit dem verdünnten Ton bedeckt hatte, wohingegen die unbedeckten wieder rot wurden. Was den Glanz und die Politur betrifft, die bis heute erhalten sind, so geschah dies automatisch mit dem Brand und nicht durch andere hinzugefügte Materialien oder ein anderes Verfahren. Die ganze Kunst stützte sich auf ständige Kontrolle der Atmosphäre und der Temperatur im Ofen.

Entwicklung der Oberlichtenauer  CV -  <>< - Keramik

1992
Im Februar Gründung des Vereins;
Bau des Holzhauses;
Ein Krea(k)tivkreis wird gestartet und im
unbeheizten Holzhaus durchgeführt.

u.a. Annett Flegel

1993
Sanierung der Scheune und Errichtung der Bauernstube.
Der Krea(k)tivkreis zieht in die Bauernstube um.

u.a. Corinna Körner


1994
Beginn mit einem keramischen Arbeitskreis;
Bau des Dr.-Erich-Stange-Haus.
Auf Initiative des Kreisjugendringes wird in der Scheune ein Keramikkreis installiert.

Frau Christine Seidel, Christine Michel, Edith Steude


1995
Kauf eines Brennofens,Förderung durch ein Landjugendprogramm, RP Chemnitz;
Aufstellung des Ofens im E-Raum des Dr.-Erich-Stange-Hauses.
Der Keramikkreis teilt sich: Eine Gruppe wechselt in das Pfarrhaus, und löst sich später auf. Der andere Teil beschäftigt sich im neuen Jugendhaus neben Keramik auch mit allgemeinen Basteleien.

Anke Pietschmann, Christine Michel, Edith Steude,
Beratung: Töpferei Jürgel, Töpferei Lehmann


1996
Erstes Krea(k)tivcamp in vereinseigener Feriensiedlung;
Bastelkreis auf Kamenzer Gewerbemesse;
Schulprojekttag;
Bastel- und Krea(k)tivcamps in den Ferien und an Wochenenden werden vermehrt angeboten.

Anke Pietschmann, Edith Steude, Andrea Voigt, Maria Schill


1997
Kauf der Schlossgärtnerei von der Treuhandgesellschaft;
Notreparaturen zur Bestandssicherung am Gewächshaus.
Krea(k)tivkreis wird im Rahmen von ABM weitergeführt.

Anke Pietschmann, Edith Steude, Annett Stecklina, Rena Guhr


1998
Entrümpelung Schlossgärtnerei;
Eigener Brennraum in der Scheune entsteht;
Es wird ein sehr gut besuchter und regelmäßig stattfindender Keramikkreis etabliert.

Petra Garten, Henry Eisold, Sebastian Klammt, Silvio Pietschmann


1999
Kauf einer Töpferscheibe, Förderung durch das Jugendamt des Landkreises;
Medienanschlüsse an das Gewächshaus: Wasser, Abwasser, Strom.
Förderung sozialer Kompetenz durch keramisches Gestalten: Der Kinder- und Erwachsenen-Keramikkreis festigt sich.

Sanitta Moschke, Susanne Förster, Barbara Nowakowsky


2000
Kauf von Gießformen und vielen Kleingeräten,
Idee:
Aus dem Gewächshaus i.V.m. dem Bibelgarten eine Keramikwerkstatt zu machen.
Keramik wird einer der Schwerpunkte der Vereinsarbeit.
Herstellung verkaufsfähiger Produkte
Alle Erzeugnisse erhalten auf dem Boden einen Fisch – unser Logo.

Sanitta Moschke, Susanne Förster, Barbara Nowakowsky,
Beratung: Töpferei Holland


2001
Neues Glas-Dach auf das Gewächshaus in Folge eines Versicherungsschadens, Keramikkreise, Bastelstraßen und Verkauf auf Märkten,
Töpfer-camps.

Susanne Förster, Ines Backhaus,  Barbara Nowakowsky,
Beratung: Töpferei Holland


2002
Grundsanierung Gewächshaus, Neue Mauern, Neues Biberschwanzdach, Trockenlegung, ermöglicht durch eine ALN-Förderung zur Errichtung einer Keramischen Werkstatt zur Herstellung Biblischer Gebrauchskeramik.

Susanne Förster, Ines Backhaus,  Barbara Nowakowsky
Beratung: Töpferei Holland


2003
Eröffnung Keramische Werkstatt
(am 16. März durch Bürgermeister Carsten Guhr und ganz viele Besucher)
mit Brennraum, Modellierraum, Ausstellung und Lager unter einem Dach.
Beginn der Beschilderung über die Entwicklung der keramischen Produktion in der Antike.....

Susanne Förster,  Barbara Nowakowsky,  
Beratung: Töpferei Holland


2004
Einbau von WCs in die Keramische Werkstatt
Bau von Treppen und Einbau von Haustüren
im Ostteil der keramischen Werkstatt.
Wegen großem Zuspruch Eröffnung
dritter Keramik Kreis jeden Montag


2005
Herstellung von römischen Öllampen und Modellen der Qumran -Schriftrollengefäße werden zum Schlager für Bibelgartenbesucher. Unsere keramische Werkstatt ist Preisträger im Sächsischen Landeswettbewerb für ländliches Bauen. Wir exportieren Öllampen bis auf die Insel Malta.


2006
Einrichtung des Atellieres im Ostteil, Einbau von Duschen, neue Treppen und Geländer, Ausbau der Keramikkreise und großer Zuspruch der Bibelgartenbesucher.


2007
Herstellen von Weinbechern, eigener Formenbau, Schriftrollengefäße als Weihnachtsgeschenke durch idea geordert.

2008
Einbau von Duschen im Gewächshaus

2009
Anschaffung einer zweiten Töpferscheibe

2010
Regelmäßige Arbeitskreise mehrfach pro Woche
Herstellung von Öllampen, Schriftrollen, Weinbechergefäßen. Seminare und Kindergeburtstage


Susanne Förster (Do)
Elfi Krause (Mo)

Bauliche und finanzielle Koordination des
Keramik-Projektes: Maik S. Förster
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