Naturkeller

Förderung nach Richtlinie des Sächsischen Staatsmisterium für Umwelt und Landwirtschaft zur Umsetzung von LEADER-Entwicklungsstrategie (Förderrichtlinie - LEADER - RL LEADER/2014) Rund 10.000 Euro haben wir beantragt und rund 16.000 Euro verbaut. Die Differenz von ca 6000 Euro trägt unser Verein aus Spenden selbst. Ein Schandfleck in unserem Dorf ist wieder beseitigt. Ein Kleinod, welches ohne dem Schutzkauf durch den CV-aktiv nicht erhalten worden wäre....

Am 07.Oktober 2003 hat der cv-aktiv reiseDienst e.V. diesen schönen Naturkeller vom Ehepaar Schäfer aus Oberlichtenau gekauft. Er befindet sich auf dem Dammweg in Oberlichtenau. Der Verein hat für den sehr gut erhaltenen Keller Denkmalschutz beantragt. Zum Tag des offenen Denkmals 2004 ist der Keller erstmalig der Bevölkerung gezeigt worden.
Naturkeller gehören zu den besten Lagerungsorten für Lebensmittel, weil diese vollständig energiekostenfrei betrieben werden. Durch die konstanten Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad, die Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 % und eine in solchen Kellern wirkende natürliche Belüftung, sind die besten Voraussetzungen für die Lagerung geschaffen.

In unserem Keller wurde vor ca 60 bis 80 Jahren durch eine Frau Schulze Bier und Limonade verkauft. Der Keller hat eine Grundfläche von ca. 20 Quadratmetern. Der Fußboden im Eingangsbereich wurde mit handgestrichenen Ziegelsteinen durch den cv-aktiv reiseDienst e.V. erneuert.

Am 13.November 2003 wurde der Naturkeller als Kulturdenkmal in die Sächsische Denkmalschutzliste aufgenommen. Der Titel lautet: "Bergkeller, Zeugnis der Wirtschaftsweise vergangener Zeiten um 1900"

Der Naturkeller ist nur einmal im Jahr, zum Tag des offenen Denkmals, geöffnet!

Pflanzen des Bibelgartens überwintern in diesem Naturkeller. Außerdem lagern Tone für die Keramikwerkstatt hier unter idealen Bedingungen.

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Große Freude, heute (Nikolaustag 2016) war die Inaugenscheinnahme durch das Landratsamt Bautzen für unser Projekt:
"Energiekostenfreie Lagerhaltung":


Informationsvermittlung zur energiekostenfreien Lagerhaltung in Naturkellern

Am 01.09.2016 hat unsere Planerin das Baugeschäft Wehner damit beauftragt, mit dem Bau zu beginnen. Das Unternehmen rückte am 07.09.16 mit einem Bagger an und hat vor dem Keller die Fundamente ausgehoben. Dazu war es nötig, Unrat, Ablagerungen und Feldsteine voneinander zu trennen und zu entsorgen bzw. seitlich abzulagern. Diesbezüglich wurden vorher von allen relevanten Medienträgern Schachtgenehmigungen eingeholt. Auf Grundlage einer noch nicht lange zurückliegenden Grundstücksvermessung wurde exakt auf der Grenze zum öffentlichen Flurstück eine Linie gezogen und darauf eine Bruchsteinmauer errichtet. Die Bruchsteinmauer wurde so gebaut, dass diese auf dem Verlauf des historischen Keller-Eingangs an die Seitenwände angepasst wurde.

Vor der Bruchsteinmauer wurde abgefahrenes Granitpflaster verarbeitet, um einen Anschluss an den vorhandenen Gemeindeweg zu schaffen. Diese Arbeiten wurden so ausgeführt, dass anfallendes Oberflächenwasser in eine gemeindliche Schleuse eingebunden wird.
Hinter die Bruchsteinmauer wurde Beton mit Stahlbewährung eingebaut (nicht sichtbar für den Betrachter). Hinter diese Schicht wurde Drainrohr eingebaut und jeweils mittels eines historischen Keramikrohres nach außen geführt. Die eingestürzten Fensterfaschen wurden aufwendig wieder originalgetreu eingebaut.

Im Inneren des Kellers wurde mit einer Bohrung die nicht mehr intakte Belüftung erneuert und ein Luftschacht oberhalb des Kellers errichtet.
Die nicht mehr vorhandene Innentür wurde wieder eingebaut und die völlig verrottete Außentür ebenso erneuert. Im Inneren wurde außerdem eine große Schautafel als Bildungeslement über die Physik der energiekostenfreien Lagerhaltung angebracht. Hier wurde darauf geachtet, dass wir die Publikationsauflagen der Europäischen Union berücksichtigt haben.

Außerdem wurde außen ein Solarfeld angebracht und eine elektrische Anlage errichtet mit Stromspeicherung, Bewegungsmelder, Zeitschalter und Leuchtmittel. Das heißt: Ohne Stromanschluss beginnt bei Eintreten in den Keller eine Lampe zu leuchten, die beim Verlassen desselben selbständig wieder erlischt. Außen wurde ein Verkehrsschilderpfahl aufgestellt, an diesem wurde ebenfalls ein Schild mit dem Vorhaben und einer Kurzbeschreibung angebracht.

Nach Abschluss all dieser Arbeiten wurde das gesamte Gelände begradigt, entrümpelt und völlig neu eingeglichen und an die Baumaßnahme angepasst. Diese Fläche wurde eingesäät mit einer ortstypischen Blumen- und Blütenmischung, welche ganz nebenher die Imker des Bienenortes Oberlichtenau erfeuen wird.

Was uns nicht ganz so gut gefällt ist der Granitabschluss über der Eingangstür. Hier wurde ein neuer Granitstein verwendet, weil von den alten nur Bruchstücke vorhanden waren, die nicht mehr ausgereicht haben, diesen wieder über der Tür einzubauen bzw. war kein entsprechend verwitterter Granit aufzutreiben.