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2015-04-18

Sächsische Zeitung - Kamenz zum Thema Keulenberg

Neuer Eigentümer auf dem Keulenberg
Eine Gaststätte auf dem Berg der Heimat gibt es nicht mehr. Bleibt wenigstens der Imbiss?

Von Reiner Hanke

Derzeit wirbeln Handwerker im Gebäude der ehemaligen Gaststätte auf dem Keulenberg. Die Betonung liegt auf ehemalig. Denn hier wird es vorerst keine Gastronomie mehr geben. Das Bauden-Schild ist bereits demontiert. Auch die Pension ist Geschichte. Die Fernseher aus den Zimmern stehen neben einem Haufen Bauschutt hinter der Baude. Den erst vor wenigen Jahren für rund 3 000 Euro eingebauten Tresen haben die Handwerker auch bereits herausgerissen und den Gastraum in zartem Gelb gestrichen. Über die Fliesen kommt Parkett.

Ex-Eigentümer Uwe Püschel aus Berlin hatte schon im Vorjahr angedeutet, dass er einen Verkauf der gesamten Anlage nicht mehr ausschließe. Damals war die Baude zum wiederholten Mal dicht. Das sei für ihn aber nicht der ursächliche Grund gewesen, sich von dem Besitz zu trennen. Zehn Jahre lang sei er Eigentümer gewesen: „Es war an der Zeit für andere Projekte.“ Er hätte aber auch weitergemacht, wenn kein Käufer zu finden gewesen wäre. Doch nun sei da ein Dresdner „mit einem schönen Konzept“, wie er sagt. Sein Ziel sei es gewesen, die Gastronomie auszubauen. Stückweise sei es gelungen. Zuletzt war die Baude freilich wieder geschlossen.

Kaufpreis ist geheim

Mit dem letzten Pächter gab es nach SZ-Informationen erhebliche Differenzen über das Konzept für die Baude, die in der Trennung gipfelten. Vielleicht hätte man manches anders machen können, resümiert Ex-Besitzer Püschel. Dennoch: Das Bergabenteuer sei eine gute Erfahrung gewesen, schätzt er rückblickend ein. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es. Immerhin geht es hier um rund 25 000 Quadratmeter Grundstück mit mehreren Gebäuden. Neuer Eigentümer ist Jan Heimpold aus Dresden. Seine Firma HFM Heimpold Facility Management beschäftige sich mit alten, aber sanierungsfähigen Objekten. Durchaus auch schwierigen Immobilien. So habe er zum Beispiel aus einer ehemaligen Deponie bei Coswig eine Weihnachtsbaumplantage gemacht. Er entwickle Projekte, wie sich solche Objekte weiterführen lassen können.

Wechselvolle Geschichte

Zu den schwierigen Kandidaten zählt er auch den Keulenberg, angesichts der wechselvollen Geschichte. Dazu gehören etliche Gastronomie-Betreiber, die sich in den letzten 20 Jahren hier die Zähne ausgebissen haben. Das Gaststättenprojekt erhielt immer wieder Rückschläge: „Keiner hat es ja bis in die Gegenwart geschafft.“ Mit Details zu seinem Projekt ist Jan Heimpold noch zurückhaltend. Er sei noch in der Planungsphase. Das Projekt bedürfe der Zulassung durch bestimmte Behörden. Und es seien noch nicht alle im vollen Maße involviert. Dem wolle er nicht vorgreifen. Es soll ein therapeutisches Sozialprojekt mit Jugendlichen werden. Für sie werden derzeit die Räume im Obergeschoss der Berg-Gaststätte hergerichtet. Der abgelegene Standort sei aus seiner Sicht dafür geeignet und biete zugleich Arbeitsmöglichkeiten im Forst.

Was wird aus der Goldenen Wurzel?

Die Veränderungen haben auch Auswirkungen auf den städtischen Gipfelbereich, unter anderem mit dem Aussichtsturm, einem Spielplatz und dem Imbiss „Goldene Wurzel“. Den hatte zuletzt auch der private Grundstücksbesitzer mit unter seinen Fittichen. Erst vorigen Sommer ließ er wissen, dass die „Wurzel“ nach einer Pause wieder geöffnet sei – mit neuer Besatzung. Ein kurzes Intermezzo. Wanderer hoffen hier vergeblich auf einen Imbiss. Mit Namen will die frühere Betreiberin nicht mehr genannt werden. Ihr sei zum Jahresende gekündigt worden, sagt sie. Der neue Eigentümer habe sich nicht bei ihr gemeldet. Sie habe immer mit Liebe zum Berg und den Wanderern auf dem Gipfel geöffnet, schöne Tage erlebt, nun aber ausgeräumt. Es sei Schluss für sie. Irgendwie sei es aber auch schade. Enttäuscht sei sie von der Stadt als Eigentümerin der „Wurzel“. Sie hätte sich gewünscht, dass Rathausmitarbeiter mal zu ihr den Kontakt gesucht hätten.

Auch eine SZ-Anfrage zum Keulenberg blieb zumindest am Mittwoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Neueigentümer Heimpold lässt wissen, dass er bisher sehr intensiv mit dem Projekt für die ehemalige Gaststätte beschäftigt war und kaum Zeit für die „Goldene Wurzel“ gefunden habe. Er habe aber auch für den Imbiss Vorstellungen und wolle sich mit der Stadt zusammensetzen. „Ich weiß aber noch nicht, ob man dort mitgeht.“ Sein Gelände werde er einfrieden. Die „Wurzel“ soll aber als Imbiss für die Gipfelbesucher auf der städtischen Seite erhalten bleiben, zumindest an den Wochenenden in der Wandersaison.

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